Lust auf Unkraut? – eine Kräuterwanderung

Hallo und herzlich willkommen hier auf meinem Blog,
Vor ein paar Tagen hatten meine Mutter und ich an einer Kräuterwanderung teilgenommen.
Das  Thema der Wanderung war „Lust auf Unkraut“. Wir  waren sehr neugierig darauf was uns da wohl erwarten würde.
Die Wanderung findet an jedem 1. Donnerstag im Monat im nahegelegenen Mannenberg statt.
Frau Schulz,die Kräuterpädagogin begrüßte uns und die anderen 5 Teilnehmerinnen vor dem alten Schulhaus.
Kurz erläuterte sie uns den Ablauf und dann ging es auch schon los.
Wir liefen im Dorf eine kleine Anhöhe hinauf und standen dann auf einer blühenden Wiese.
Ich habe mich da wie im Urlaub gefühlt. Es war so ruhig und es sah auch alles so unberührt aus.
Frau Schulz zeigte und erklärte uns die „Unkräuter“ aber was schreibe ich da, Unkraut ist wohl das ganz falsche Wort.Zum Glück  hat sich da etwas verändert, und man spricht  von Beikraut oder Wildkraut. Das hört sich doch
schon viel besser an, oder? Ja, das klingt doch schon viel besser!
Es gibt  wirklich wunderschöne
und wertvolle oftmals sogar  Heilpflanzen unter den Wildkräutern.
Für unser kräuteriges Mehrgängemenü sammelten wir fleißig Spitzwegerich, Schafgarbe, Rotklee, 
Brennnessel-spitzen und – Samen, Giersch, Hagebutten, Holunderbeeren, Brombeeren,  Feld-Thymian (Quendel), Franzosenkraut, Wilder Majoran (Dost) und Gundermann. Wahrscheinlich habe ich aber das eine oder andere Kraut in meiner Aufzählung vergessen. Ach ja, ein paar Äpfel landeten auch noch in den Körben.
Zurück von unserer kleinen Wanderung leerten wir unsere Körbe und sortierten unsere Schätze.
Dann ging es ans Zubereiten, wir teilten uns in kleine Gruppen ein und bereiteten ein wunderbar schmackhaftes Menü zu.
Es gab einen Kernlestee, eine falsche Pilzsuppe, einen Salat mit allem was wir so gefunden haben,
Nudeln mit zweierlei Saucen,  und eine Apfel-Beeren-Kaltschale.
Falsche Pilzsuppe:
Zwiebeln in Butter andünsten. 3 Hände voll Spitzwegerichblätter quer zur Faser in Streifen schneiden und kurz mitdünsten. Mit 0,5 l Sahne und 0,5 l Wasser auffüllen. Instant-Gemüsebrühe dazu geben und zum Kochen bringen. Alles 20 Minuten kochen und dann pürieren. Mit Muskat und Kräutersalz würzen.
Die Suppe schmeckt wirklich wie eine Pilzsuppe. Der Pilzgeschmack kommt aber erst nach der Kochzeit von 20 Minuten zur Geltung.
Wildkräuterpesto:
Brennesselspitzen, Giersch und wer mag noch andere Kräuter mit Olivenöl und etwas Salz pürieren, geriebenen Parmesan und gemahlene Mandeln untermischen.
Oh wie lecker 🙂
Die anderen Rezepte werde ich Euch bestimmt nach und nach verraten:) Wir hatten für die Leckereien keine genauen Rezepte und Mengenangaben und haben alles nach Gefühl zubereitet- das hat aber wunderbar geklappt.
Ich glaube, dass hier in unserer Heimat für Alles ein Kraut
wächst – also in der Naturapotheke Gottes. Es sind
heimische, teils vergessene Kräuter. Lasst uns die vergessenen Kräuter neu entdecken.
Habt Ihr schon einmal Brennesselsamen gegessen? Die schmecken in Butter angeröstet köstlich.
Die Brennesseln werden mitsamt der „Sahmenwürstchen“ in ein Sieb gelegt, dann muss man nur noch gut schütteln und die Samen in einem Schüsselchen auffangen.
Die Kräuterwanderung hat wirklich Spaß gemacht und war auch sehr lehrreich. Schön war auch, dass meine Mutter mit dabei war ♥ Das war bestimmt nicht unser letzter Kräuterausflug.
Ganz liebe Grüße
Silke

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6 comments

  1. Liebe Silke,
    das ist ein Post so ganz nach meinem Geschmack und ich stimme Dir aus vollstem Herzen zu, wenn Du sagst: "Lasst uns die vergessenen Kräuter neu entdecken." Genau das ist mein Anliegen bei meinen Seminaren und Vorträgen.
    Ich finde es so toll, wie Du das alles beschrieben hast. Das macht richtig Lust auf mehr, und müßte Viele ansprechen!!! Hoffentlich!
    Was den Brennnesselsamen anbelangt, ja, ich kenne ihn gut und ich nutze ihn gern. Er schmeckt leicht nussig und kann so vielseitig eingesetzt werden. Am liebsten mag ich ihn geröstet! Man muss nur aufpassen, er verbrennt ziemlich schnell!

    Die "falsche" Pilzsuppe ist allerdings neu für mich! Ich kenne und schätze Spitzwegerich in vielen Richtungen (Tee, Gewürz, Salbenbestandteil, in Öl, zur Desinfektion, gegen Insektenstiche…), aber dass er nach 20 minütiger Kochzeit wie Pilze schmeckt – einfach großartig. Ich werde das ganz schnell nachmachen und dann weitergeben…Das ist der Weg! Ich danke Dir von Herzen für diese wundervollen Ideen!
    Alles Liebe
    Heidi

  2. Liebe Silke, so eine Kräuterwanderung ist bestimmt total interessant. Bei uns gibt es auch so ein Angebot, ich habe es leider noch nie wahrgenommen. Vielen Dank für das Rezept.

    Lg kathrin

  3. Hallo Silke,
    das ist ja schön, habt ihr in Rudersberg auch so einen Kräuterwanderweg.
    Mein Freund gibt auch Wildkräuterlehrgänge an und die sind recht gut besucht.
    Vom letzten habe ich ja schon berichtet.

    Wir machen bei den Wanderungen immer auch noch einen Salat auf der Wiese usw.
    mach sehr viel Freude und Spaß und jeder Teilnehmer bekommt noch ein Büchlein, in das er etwas reinschreiben kann.

    Lieben Gruß Eva
    http://rundumludwigsburg.blogspot.de/2016/05/wilkrauterspaziergang.html

    wenn du mal gucken möchtest, hier oben habe ich den Link.

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