Fotowalk im Garten der Achtsamkeit

„Ein Menschheitstraum:
Die Erde in einen blühenden
Garten verwandeln.
Wer Träume verwirklichen will,
muss tiefer träumen und
wacher sein als andere“
(Karl Foerster)

Am Samstag machten Regina, Reginas Mann Harald, ich und weitere 5 Hobbyfotografen uns auf, um an einem Fotowalk teilzunehmen.

Unser Ziel war Elenores Waldgarten in Kurzach. Der Waldgarten ist ein 1,5 Hektar großes Privatanwesen der Familie Schick im Bottwartal.

An diese Stelle gleich ein Herzliches Dankeschön an Bernd, der diesen Fotowalk für uns arrangiert und geplant hat.

Wir waren an diesem Morgen schon kurz nach 7 Uhr dort. Es war alles ganz ruhig und friedlich. Dass aber schon emsige Betriebsamkeit im Garten herrschte hörten wir gleich nachdem wir den Garten betraten (und jeder von uns in eine andere Ecke lief um zu fotografieren), es brummte, summte und zwitscherte schon überall – ich glaub die kleinen Tierchen waren schon etwas ausgeschlafener als ich 🙂

Unglaublich, wie sich das Licht, in der kurzen Zeit die wir im Garten verbrachten, veränderte.

Der Garten ist in unterschiedliche Räume aufgeteilt, die alle ganz unterschiedlich sind. Nicht selten hat man das Gefühl, in einem komplett anderen Garten zu sein. Auch wenn wir alle im selben Garten unterwegs waren, liefen wir uns nur ganz selten über den Weg. Herrlich diese Ruhe.



Der Garten beheimatet viele Rosen, Koniferen,Nadelbäume, bekannte und seltene Laubbäume,Ginkgos, Wildstauden, essbare Blüten und Kräuter.

Inmitten der grünen Oase liegt ein idyllischer See, es gibt ein tolles Baumhaus und viele Plätze zum verweilen.

Immer wieder stößt man auf Gartenskulpturen die Herr Schick selbst angefertigt hat. Es gibt unter anderem Objekte aus aufgeschichteten Wurzelstümpfen, Kegel aus aneinandergelehnten Zweigen, Flechtarbeiten aus Weiden und große Floralinstallationen, die einem ständigen Wandel unterliegen.

Als ich nach einiger Zeit auf einer Gartenbank Platz genommen habe und den Foto weglegte um auch den Garten einmal ganz bewusst auf mich wirken zu lassen (geht bei mir mit Kamera irgendwie nicht), gesellte sich das Ehepaar Schick zu mir. Herr Schick erzählte mir, dass der Garten bis in die 70er ein Kartoffelacker was. Herr Schick, der Gärtner und Florist ist, legte dort einen Garten an in dem er das Bindegrün für seine Gärtnerei und auch zum Verkaufen anbaute. Natürlich wurde nicht nur Grün angebaut, nein der Garten bekam damals schon seine eine schöne und liebevolle Struktur.


 

Auch damals als Nutzgarten wurde alles so nachhaltig und natürlich wie möglich gehalten. So gibt und gab es im Garten keinen Strom und kein fließendes Wasser.

Als 2003 die große Hitzewelle über Deutschland hereinbrach, ging ganz viel im Garten kaputt. Das Ehepaar Schick beschloss nach der Dürre, mit dem Bindegrün-Anbau aufzuhören.

Herr Schick erzählte mir auch dass er Ginkgos die er selbst gezogen hat im Garten ausgepflanzt hätte. Das ist gar nicht so einfach, da ihm die Wühlmäuse einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Jetzt werden die ältesten Laubbäume der Erde in einen Drahtkorb gepackt und dann vergraben. So können sie wachsen bis sie groß genug sind und die Wühlmäuse ihnen nichts mehr anhaben können.

Herr Schick hat schon eine ganz genaue Vision davon, bei der Garten in 100, 200 und 500 Jahren aussehen wird. Allerdings ist ja nicht sicher ob der Garten dann immer noch so Naturnah weitergepflegt wird. Es ist wohl einfacher ein neues Biotop genehmigen zu lassen, als einen bestehenden Naturgarten in dem der natürliche Kreislauf schon perfekt funktioniert, schützen zu lassen – ich drücke dem Ehepaar Schick ganz fest die Daumen.

Alles was im Garten aufgeht wird erst einmal beobachtet. Was viele Gartenbesitzer einfach ab mähen oder ausrupfen , stellt sich oft als ganz neue, wunderschöne Kreuzung der Natur heraus.

Ich hätte noch Stunden den Ausführungen lauschen und Herrn Schick durch den Garten begleiten können. Er zeigte mir Pflänzchen an denen ich einfach vorübergelaufen wäre, es gibt sogar eine Tollkirsche, das hatte ich noch nie gesehen. Er hat schon ein ganz geschultes Auge und einen riesengroßen Pflanzensachverstand.

Ganz ehrfürchtig war ich als Herr Schick einen Nistkasten öffnete um mir reinschauen zu lassen. Da saß doch tatsächlich eine Vogelmutter und brütete. Sie schien Herrn Schick richtig gut zu kennen. Schaute sie doch nur kurz auf und piepte etwas. Dann steckte sie ihr Köpfchen wieder unter die Federn und betrachtete uns nicht weiter. Also das hat mich wirklich schwer beeindruckt. Hier merkt man, was für eine Einheit Herr Schick , die Tierwelt und die Pflanzenwelt bilden.

Als sich der Rest der Gruppe zu uns gesellte, zeigten uns die Gartenbesitzer noch Fotos vom üppig blühenden Rosengarten. Wir erfuhren, wie die Skulpturen entstanden sind und dass es bis vor kurzem noch Führungen im Garten gab.

Als wir im Garten waren, blühten leider die Baumrosen noch nicht. Die Blütenzeit der Baumrosen ist relativ kurz, sie reicht von Ende Mai bis Anfang Juni. Baumrosen blühen nur einmal im Jahr und sie wachsen, wie ihr Name schon sagt, an Bäumen empor und können bis zu 10 Meter hoch werden.
Wie farbenfroh das aussehen mag, kann ich mir gut vorstellen. Sahen wir doch auf ganz vielen Bäumen die üppigen Rosenknospen.

Am Wochenende nach Pfingsten öffnen Schicks ihre Gartenpforten noch einmal für Besucher (Leider ist seit diesem Jahr der Garten für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich), ich werde sicherlich da sein um die Baurosen zu bewundern.

Alte Sorten heimischer Wildblumen, die beständig ausgesät und angesiedelt werden, sind eine wahre Bienenweide. Aber auch für uns Menschen ist dieser Garten eine Wohltat. Ein Garten zum runterkommen und genießen – Ein Garten der Achtsamkeit.

So, jetzt habe ich die Überleitung zu meinem neuen Gartenbuch doch ganz gut hinbekommen 🙂

Gärten der Achtsamkeit
Orte der Ruhe gestalten und genießen
Das Buch ist im DVA-Verlag erschienen.

Es freut mich sehr, dass ich dieses tolle Gartenbuch von Karin Heimberger-Preisler hier vorstellen darf.

Schon beim Aufschlagen des Buches steht ein Zitat von Max Reger:

„Blumen sind das Lächeln der Natur. Es geht auch ohne sie, aber nicht so gut.“ 

das mir aus der Seele spricht.

„Die innere Mitte finden“ darüber wird im Vorwort philosophiert und einer schönen Reportage über das Zen-Kloster Liebenau ist das Buch in vier Kapitel unterteilt.

Stein – Unvergängliche Beständigkeit
Holz – Vom Wachsen und sich Erneuern
Wasser – Quelle des Lebens
Pflanzen – Wunder der Natur

Jedes der vier Kapitel beinhaltet eine Gartenreportage, Gestaltungtipps, passende Zitate die zum Nachdenken anregen und eine und eine Meditationübung.

Die vielen Fotos sindeinfach wundervoll, es gibt Detailaufnahmen aber auch Aufnahmen, die einen größeren Gartenbereich zeigen. Schön auch dass sich viele der Detailaufnahmen über eine ganze Buchseite erstrecken.

Mein Fazit:
Alleine schon beim Durchblättern und betrachten der wundervollen Fotos verspürt man eine tiefe Ruhe. Die Zitate und die Meditationübungen unterstreichen diese Ruhe nochmals.
Es ist wirklich ein außergewöhnliches Gartenbuch. Ich werde das Buch immer wieder gerne zur Hans nehmen um mir Ideen zu holen oder einfach um die herrlichen Fotos auf mich wirken zu lassen.

Mit einem Zitat von Christian Morgenstern verabschiede ich mich für heute.

„Nichts ist für mich
mehr Abbild der Welt
und des Lebens
als der Baum. Vor ihm
würde ich täglich
nachdenken, vor ihm
und über ihn…“

Viele liebe Grüße

Silke

Vielen Dank an den Verlag für dieses schöne Rezensionsexemplar.

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